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Amphibienschutz

Warum die önj Amphibien rettet

Was sind Amphibien? Wie leben Amphibien?

Unter dem Begriff Amphibien, zu Deutsch Lurche, fasst man sämtliche Vertreter der Frösche, Kröten, Unken, Salamander und Molche zusammen.

Sie zeichnen sich durch ein Leben in zwei Welten - im Wasser und an Land - aus. Amphibien sind wechselwarm, ihre Körpertemperatur ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig. Aufgrund ihrer drüsenreichen, schuppenlosen Haut reagieren sie auf Sonnenbestrahlung sehr empfindlich und sind daher vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.

 

Lebensweise
Für die meisten heimischen Amphibienarten beginnt unmittelbar nach der Winterruhe die Fortpflanzungszeit. Von Mitte März bis etwa Mitte April wandern die geschlechtsreifen Tiere zu den Laichgewässern um sich zu paaren und abzulaichen. Anschließend begeben sich die erwachsenen Tiere in ihre Sommerquartiere, während sich die aus den Eiern schlüpfenden Larven im Wasser entwickeln und erst im Spätsommer das Laichgewässer verlassen. Von den zahlreichen Jungtieren erreichen nur wenige ein Alter bis zur Geschlechtsreife. Den Winter überdauern alle Amphibien in einer Winterstarre, teils in Verstecken an Land, teils am Gewässergrund.

 

Gefährdung der Amphibien

Gefährliche Wanderung

Der Auslöser für den Beginn der Wanderung im Frühjahr ist die Tageslänge in Kombination mit der Überschreitung einer bestimmten Temperatur. Die meisten Arten wandern nachts und nur unter für sie günstigen, regnerischen Witterungsbedingungen. Aufgrund der zunehmenden Zerschneidung der Landschaft sind vor allem laichplatztreue Amphibienarten mit größeren Jahreslebensräumen wie Erdkröte, Grasfrosch und Feuersalamander gezwungen, Straßen zu überqueren um zu den Laichgewässern zu gelangen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit beim Versuch, eine Straße zu passieren, ist im Wesentlichen abhängig von der Wandergeschwindigkeit, der Breite der Straße sowie der Verkehrsdichte. Bereits zehn Autos pro Stunde führen zu einer Ausfallsquote von 20-25%; ab etwa 70 Autos pro Stunde wird ein Überqueren unmöglich gemacht und die Verlustrate beträgt somit 100%.

Andere Gefahren
Alle 18 in der Steiermark vorkommenden Amphibienarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Gründe für die Gefährdung sind die fortschreitende Zerstörung der Laichgewässer und Landlebensräume durch den Einfluss der Land- und Forstwirtschaft. Maßnahmen wie Anschüttung, Verbauung, Nutzung der Laichgewässer als Fischteiche und Einsatz von Pestiziden bewirkten in den letzten Jahren einen starken Rückgang der Bestände. Aufgrund der insgesamt für diese Tiere bereits kritischen Situation können die hohen Verlustraten durch den Straßenverkehr zum entscheidenden Faktor für den Fortbestand lokaler Populationen werden

 

«Natur aktiv» Gruppe Amphibienschutz

fleissige Helfer in der Amphibienschutzgruppe sind im Frühjahr immer gesucht!

 

 Berichte

Im Jahr 2014 fand zum 18. Mal die Amphibienschutzaktion der önj-Steiermark statt, bei der tausende Amphibien bei ihrer frühjährlichen Fortpflanzungswanderung (Laichwanderung) von Wäldern zu stehenden Gewässern vor dem Straßentod bewahrt werden. Dabei wurden in den vergangenen 18 Frühjahren Amphibienschutzzäune nach der Kübel-Zaun-Methode an steirischen Straßen, über die Amphibienwanderstrecken führen, mithilfe der önj-Steiermark aufgestellt. Bei der angewendeten Methode werden die Amphibien (deutsch: Lurche) in einem ersten Schritt durch den Zaun am Überqueren der Straße gehindert, dann durch direkt entlang des Zauns eingegrabene Kübel gefangen und als letzten Schritt händisch über die Straße möglichst in die Nähe des Laichgewässers getragen.

Begonnen mit zwei Wanderstandorten (Grabenhofenweg in Graz-Andritz und Zigeunerloch in Gratkorn) und 2.400 geretteten Amphibien im Jahre 1996 hat sich die Schutzaktion bis 2014 auf 15 Standorte mit insgesamt 3,7 km aufgestelltem Zaun und etwa 11.000 geretteten Amphibien ausgeweitet. Schwerpunkt der Aktion liegt mit zehn Standorten im Bezirk Graz Umgebung und hier v.a. nördlich von Graz in den Gemeinden Gratkorn, Eisbach, St. Oswald bei Plankenwarth und Judendorf. Im Stadtgebiet liegen zwei Standorte und die restlichen drei in den Bezirken Weiz, Murtal und Leibnitz. An vier der 15 Standorte (Kleingartenteichanlage Baierdorf in Maria Buch-Feistritz/ Bezirk Murtal, Teichalmsee/Bezirk Weiz, Sajach in Gabersdorf/Bezirk Leibnitz und Mantscha in Attendorf/Bezirk Graz Umgebung) laufen die Schutzaktionen nach anfänglicher Weitergabe des Know-hows und Zaunmaterials vonseiten der önj mittlerweile eigenständig mithilfe von Leuten vor Ort. An letztgenanntem Standort in Mantscha wurde in diesem Jahr erstmals ein Zaun aufgebaut, nachdem sich der auf der Universität Graz unterrichtende Zoologe Gerwin Gretschel auf einen am 2. März erschienenen, doppelseitigen Artikel über den Amphibienschutz der önj-Steiermark in der Kleinen Zeitung an uns gewandt hatte.

Das Highlight sowohl betreffend die Individuenzahl als auch die Artenzusammensetzung stellte wie auch in den vergangenen drei Jahren der Standort Tureck- und Bockern-Teiche in Eisbach/Bezirk Graz Umgebung dar. Es wurden dort knapp über 5.000 Amphibien von drei freiwilligen HelferInnen vor Ort gerettet (2011 waren es sogar über 10.000). Die Besonderheit dieses Standorts ist neben der hohen Individuenzahl auch der relativ hohe Anteil an Braunfröschen (Gattung Rana, hier vertreten durch Gras- und Springfrosch), der 2014 bei 24% lag und als Indikator für strukturreiche und naturnahe Lebensräume gesehen werden kann. Des Weiteren kamen auch knapp 100 Teichmolche und 10 des nach der FFH-Richtlinie der EU nach Anhang II und IV geschützten Alpenkammmolchs (Triturus carnifex) vor, sowie in den Vorjahren Feuersalamander, Grünfrösche (Gattung Pelophylax) und Laubfrösche (nicht in den Kübeln, aber am Quaken hörbar). Einen noch höheren Braunfroschanteil (35%) hatte der nur wenige km entfernte Standort Gauper-Teiche in St. Oswald bei Plankenwarth. Hier kamen zusätzlich auch einzelne Gelbbauchunken bzw. die bei uns überwiegend vorkommenden Hybride mit der Rotbauchunke vor. Die dritte in der Steiermark heimische Molchart, der Bergmolch, war u.a. bereits wiederholt am Standort Paulin-Teiche in Hart/Purgstall, Bezirk Graz Umgebung, anzutreffen.

Generell ist die Erdkröte die an den meisten der Standorte die praktisch einzige, am Zaun angetroffene Art. Sie ist die mit Abstand anpassungsfähigste der heimischen Amphibienarten und kommt daher sogar in intensiv genutzten, strukturarmen Fischteichen vor, u.a. aufgrund eines von Fischen verschmähten Giftes im Laich. So waren 2014 85% der geretteten Amphibien-Individuen an den 15 Standorten Erdkröten, nur 13% Braunfrösche und 2% Molche und sonstige Arten (Gelbbauchunke, Grünfrösche, Laubfrösche und Feuersalamander).

Ergebnisse seit 1995


Jahr

Erdkröten

Frösche

Molche

Sonstige

Summe
2015
7.926
2.315
590
16
10.847
2014
8.963
1.944
324
3
11.234
2013
11.302
2.491
243
10
14.046
2012
13.675
2.407
396
5*
16.483
2011
12.079
4.374
585
5
17.043
2010
10.311
691
215
2
11.219
2009
8.428
710
331
45
10.189
2008
3.990
326
398
3
5.967
2007
5.427
437
113
5
6.494
2006
6.397
331
264
16
7.414
2005
6.915
810
136
13
8.242
2004
5.554
226
76
55
6.569
2003
6.325
344
423
36
7.762
2002
4.760
309
169
41
6.394
2001
13.266
680
551
43
14.540
2000
5.857
467
129
11
6.464
1999
-
-
-
-
4.500
1998
-
-
-
-
4.000
1997
-
-
-
-
6.400
1996
-
-
-
-
5.300
1995
-
-
-
-
2.500

 

Endberichte:

 

Ansprechperson

Johannes Volkmer